© Philipp Schäfer

Welcome to the Sea!

Mittelmeer

Tag 11: 8.05.2017: Mittelmeer – weiches Wasser und der letzte volle Tag

 

Als ich früh aufwachte war die Küste von Algerien zu sehen. Gestern fuhren wir an der spanischen Küste entlang, heute waren wir wieder auf afrikanischer Seite.




Ich liess es nach dem Frühstück sehr gemütlich zugehen und legte noch einen Brückentag ein. Weiter wünschte ich mir ein Bild vom Bug des Schiffes, von der Nock aus gesehen, mit Delfinen. Also dass man sieht, Delfine begleiten ein Containerschiff. Das klappte leider nicht.

 

Ich war an diesem Tag fasziniert vom Wasser: Glatt und richtig rund, es sah richtig weich und knallig blau aus. Gigantisch! (Im Gegensatz zu der braunen Suppe in Nordeuropa).



Glatt wie ein Babypopo: Das Wasser.










Der Wind war heute mal nicht ganz so stark, zum Glück. Sonst stürmte es auf der Nock ständig, ununterbrochen peitschten die Böen und es pfiff laut. Die Frisur war sofort hinüber.




Also genoss ich die Sonne und das Wasser. Die Sonne war am Bug und spiegelte sich im Wasser. So blieb mir nur der Blick auf Steuerbordseite ins Wasser hinab. Es ist erschreckend, wieviel Müll auf hoher See herum schwamm. Und nein, ich habe nichts ins Wasser geworfen, gar nichts. So etwas macht man nicht, auch wenn es einen gereizt hätte.



Das ist eine echte Unechte Karettschildkröte!




Doch das nächste was hier trieb gehörte ausnahmsweise mal ins Meer. Hoffentlich: Eine Schildkröte! Recht gross das Exemplar lag sie nahezu regungslos in wenigen Metern Abstand neben unserem Schiff und relaxte. Es sah so gemütlich aus.

Erst am Nachmittag gab es Delfine. Natürlich auf der Backbordseite und sie wären perfekt gewesen. Schnell ein Beweisbild und rüber durch die Brücke. Da der Captain auf der Brücke war wollte ich keinen Stress machen. Sie waren so oder so weg.

Doch der Weg hatte sich gelohnt. Zwei grosse Wale, ok, von 50m Höhe sahen sie klein aus, trieben im Abstand von weniger als 50m neben dem Schiff. Gigantisch! Sie verschwanden dann unter der Gischt unseres Schiffes.






Blau-Weisse Delfine springen in die Luft.








Am Abend gab es noch einen letzten Rundgang über das Schiff und nochmalige Fotoexperimente. Dann brach die letzte Nach herein. Immer ein blödes Gefühl.



Blick zurück... nach Hamburg.



Ordentlicher Whirlpool.



Blick nach vorn.



Der letzte Sonnenuntergang.


Abends bzw. in der Nacht wurde dann letztmals noch experimentiert.



Es war minimaler Seegang zu spüren. Man sieht ihn in den Sternen.



Es war Vollmond. Hell erleuchtet das Meer.



Positionslampe (weiss): Diese ist vorgeschrieben.
Gefahrgutlampe (rot): Freiwillige Basis. In Southampton muss diese zwingend ausgeschaltet werden (böser Unfall durch Verwechslung). Bei manchen Reedereien (Hapag-Lloyd oder MSC) blinkt diese.



Frontlicht.



Es musste schnell wieder ausgeschaltet werden, denn wir waren blind.

Man war hier doch gerade erst angekommen, hat sich so gut mit den Crewmitgliedern (zumindest ich) verstanden und nun soll alles vorbei sein?

 

 

Weitere Impressionen:   






Die Gustav räucherte ordentlich.






Check am Rettungsboot.



Komischer Vogel: Wir hatten auch Schwalben und Tauben im Angebot! Aus Rotterdam (oder früher).



Eine ZIM-Kiste und der schöne Koloss im Hintergrund: OOCL Poland. Die erste von NYK gecharterte 366m, die zurück an OOCL ging.



Recht neu: Talos von Evergreen.






Auf Kollisionskurs mit der Ethane Chrystal, ein 228m langer und 37m breiter Tanker, unterwegs nach Houston. Unsere Kadettin durfte mit diesem Schiff kommunizieren. Dank gut gelauntem Captain änderten wir den Kurs. Anschliessend meinte er, wir sollen alle raus und winken. Aber so nah war das Schiff dann auch wieder nicht.

 

Container!



Fast Vollmond!

 

 

 Unter der Plane ist eine Notfallleiter. Das Rettungsboot darft erst unten im Wasser bestiegen werden... hoffe, es wird nie gebraucht.






© Philipp Schäfer