© Philipp Schäfer

Welcome to the Sea!

Warum?

Warum eine Frachtschiffreise?

Um auf einem Containerschiff mit zu fahren muss man wohl verrückt sein oder ein Freak. Oder beides?
Keineswegs!

Zugegebenermassen gefallen mir die modernen Containerschiffe mit dem geteilten Aufbau (das Deckshaus im vorderen Drittel und das Maschinenhaus mit dem Schornstein im hinteren Drittel). Doch dies wäre nur eine Entscheidung, warum ich gerade auf ein solches Containerschiff gehe und nicht auf einen Bulker.

Es gab mhrere Gründe dafür:
  • Die Seefahrt ist ein interessantes und vielseitiges Berufsbild. Ich wollte die Gelegenheit nutzen um mit den einzelnen Crewmitgliedern in Kontakt zu treten.
  • Ich bin nicht der grösste Fan von Massentourismus. Am Strand liegen mit weiteren 50.000 Menschen oder Kreuzfahrten mit 4.000 Menschen sagen mir jetzt nicht so zu. Dennoch wollte ich einmal in See stechen. Dabei gibt es weitere Vorteile gegenüber Kreuzfahrtschiffen:
           - Ruhe: Man kann aus der "Menschenmenge" jederzeit flüchten und einzigartige Momente geniessen
           - Zugänglichkeit: Nahezu alle Bereiche waren zugänglich und man bekam Bereiche zu Gesicht, die man sonst nicht sieht
           - Unterhaltung: Crew und Mitreisende gibt es auch noch, sofern man menschlichen Kontakt sucht
           - Luxus: Ok, etwas übertrieben. Doch ins Kino/Theater/... kann ich auch an Land. Dafür 26m² Kammer, viel Spass beim zahlen auf einem Kreuzfahrtschiff


Über Kosten mache ich hier keine Aussagen. Aber es war wider meiner Erwartungen gut bezahlbar. Für ein anständiges Hotel bezahlt man in etwa das gleiche. Wobei ich bei meiner teureren Unterkunft in Malta gerne wieder zurück getauscht hätte...

Was man allerdings folgende Punkte beachten:
  • Ein Frachtschiff ist und bleibt ein Frachtschiff. Dessen Aufgabe ist es Güter von A nach B zu transportieren und es dient nicht zur Belustigung des Einzelnen. Daher: "Container first": Die Ladung hat Vorrang!
  • Man erhält hier Einblicke in die Arbeit von Seeleuten. Dies sollte man unbedingt beachten und Rücksicht nehmen. Die Leute haben schliesslich wichtige Aufgabn zu erledigen und tragen eine hohe Verantwortung. (Man sollte nur mal an seine eigene Arbeit denken, wie es ist, wenn jemand auftaucht und Handybilder schiesst und ständig Fragen stellt)
  • Man braucht teilweise viel Geduld. Erreicht man einen Hafen stehen die ganzen Seeleute unter Zeitdruck. Es muss viel organisiert werden (Proviant, Müll, Bunkerstoffe, Reparaturen, die Ent- und Beladung, ...).
  • Und man braucht viel mehr Geduld: Auch wenn das Reisebüro noch so kooperativ ist, es ist viel zu organisieren. Geehmigungen, Versicherungen und Arztbesuche sind obligatorisch!
  • Kein Sektempfang: Ich wurde nett willkommen geheissen auf dem Schiff und mir wurde flüchtig das nötigste gezeigt mit dem Zusatz ich könnte jederzeit fragen. Man muss teilweise Eigeninitiative ergreifen und die Seeleute mit Gefühl und Respekt behadeln. Sie arbeite und besonders in den Häfen gibt es einiges zu tun. Daher am besten erst einmal mit Vorsicht das Schiff selbst erkunden und wenn der Lotse von Bord gegangen ist aktiver zu Crew werden. Danach sieht man ja, wie sich das Verhältnis entwickelt und ob man willkommen ist.






Ich kann eine solche Reise nur empfehlen. Allerdings wenn man nicht sehr schiffsaffin ist, sollte man eine Tour wählen, mit vielen Stops. Eine Transatlantkfahrt wäre jetzt definitiv nicht mein Fall: Jeden Tag nur Wasser...



© Philipp Schäfer