© Philipp Schäfer

Welcome to the Sea!

Landtag

Tag 2: 29.04.2017: Landtag


Am nächsten Tag wurde ich um ca. 7:30 aus dem Schlaf gerissen. Also schlafen konnte man an Bord bisher bestens, trotz emsiger Be- und Entladung. Aufgrund des hellen Lichtes hatte ich meine Rollos komplett zugezogen. Es war halbwegs schönes Wetter und ich wollte den Tag in Hamburg verbringen, da ich quasi noch lange genug auf diesem Giganten bin. Abgewägt habe ich es lange, aber das be- und entladen kann ich ja schliesslich in Rotterdam noch beobachten. Hier lohnt es sich nicht vom Schiff zu gehen.

Also wurde nach dem Frühstück und einer kurzen Sicherheitseinweisung durch die 2. Offizierin ein Shuttlebus bestellt zum Büro von HHLA.
Aber zuerst mussten wir wissen, was für Alarme gibt es, wie Verhalten im Ernstfall, was tun und was unterlassen, wo ist der Sammelplatz, wo gibt es Schwimmwesten und wie funktionieren diese. Das Rettungsboot darf erst im Wasser unten bestiegen werden. Wenn sie so erzählte kamen zwar schon Gedanken auf, aber bisher haben sich die Containergiganten wacker gehalten (mit Ausnahme von der MOL Comfort und diverser MSC Schiffe im Sturm).



Blick Richtung Heck. Im Hintergrund die MSC Maya am Eurogate.



Blick Richtung Elbe.



Die wackelige Gangway mit 80 Stufen.



Unten angekommen... gigantisch!



16m Tiefgang geht...



Wir haben knappe 10... aber es kommt noch einiges drauf... 11,60 m Hatten wir ca. dann beim Verlassen von Hamburg.



Unser Shuttlebus unter einer Containerbrücke.



Schneller Blick zurück.


Lange rätselte man, wie man an einem Samstag am besten in die so nahe aber doch so ferne Stadt gelangen kann. Schliesslich konnte ich die beiden etwa 60 jährigen Herren für ein Taxi nach Altona überreden. Dummerweise war die Köhlbrandbrücke wegen Instandhaltung gesperrt, daher ging’s durch den Elbtunnel.



MSC Maya am Liegeplatz. Während des Wartens auf das Taxi nutzte ich die Gelegenheit.


Auf dem Programm standen Aussenaufnahmen vom Schiff, nochmals in die Stadt und abermals Nachtaunahmen von der Alster und Speicherstadt. Deshalb hatte ich vorab geklärt, dass ich auch in der Nacht zurückkehren kann. Nochmals einkaufen hatte ich eigentlich auch auf meiner Liste traktandiert, aber dazu reichte es zeitlich nicht mehr.

Als sich die Sonne etwas überwindete, ging ich auf die Fähre nach Finkenwerder und lief den recht langen Weg zurück zur Hafeneinfahrt. Leider war bis dato die Sonne mit Chance auf Rückkehr verschwunden. Deshalb musste ich sehr widerwillig eine Wartezeit einplanen (nochmal weggehen und später kommen wäre unrealistisch gewesen). Schade, die Zeit hätte ich in Hamburg gerne sinnvoller genutzt.



Endlich kam die Sonne...


Nachdem ich nochmals in der Stadt war ging ich bei schönstem Abendlich nochmals spontan ans Bubendey Ufer. Als ich wieder am Schiff ankam war die Sonne gerade verschwunden. Also wieder keine 100%ige Aussenaufnahme von dem schönen blauen Giganten.



...aber das Abendlicht war weg...


Es ging wieder zurück in die Innenstadt und Speicherstadt, aber mit einem mulmigen Gefühl. Kann ich wirklich jederzeit zurückkehren? Ich zog mein Programm dennoch durch, nur die Aufnahme der „Haifischbar“ liess ich weg. Also ging‘s mit der S-Bahn nach Altona inklusive Randalierer im Zug. Dort angekommen nahm ich wieder ein Taxi zum HHLA Büro. Der Taxifahrer war dort schon lange nicht mehr und mit einigen unfreiwilligen Umwegen wurde das Ziel erreicht. Fast, ich wollte vorher raus um noch eine Nachtaufnahme der MSC Maya vom Ufer aus anzufertigen. Leider nur das Heck.


MSC Maya bei Nacht.


Anschliessend ging es weiter und im Büro begrüsste mich sehr humorvoll wieder der ältere Hamburger, der sich wunderte, dass ich immer noch in Hamburg bin. Ich liebe diesen Dialekt einfach. Nach einer ebenso humorvollen Verabschiedung brachte mich der eher schweigsame „Harry“ zur Humboldt: „Siehste, das Blinklicht hatter auch schon eingeschaltet“.

Wieder eine Fahrt in einem VW Bus durch die gigantischen Hafenanlagen. Hier wurde ich dann freundlich von Harry verabschiedet und ich stand da… einfach hoch? Letztes Mal mit Anruf und warten (Übergabe von HHLA Shuttlebusfahrer an Crewmitglied), jetzt gar nichts? Ich fragte zur Sicherheit einen Terminalmitarbeiter, der mir aber die Antwort gab, die ich schon erwartete „ich bin an Land tätig, vom Schiff habe ich keine Ahnung“.

Also ging ich einfach mal die wackelige Gangway hinauf, mit der Erinnerung, dass die ersten 10m sehr speziell sind. Aber diesmal hat’s geklappt. Dort empfing mich wieder die Bordwache und ich musste mich in die Liste als Rückkehrer einschreiben und meine Ausweisnummer hinterlegen. Der Reisepass wurde mir während dieser Zeit abgenommen (wie auch den Crewmitgliedern). Schnell ging ich auf meine Kammer und ging nach einer Einsicht der Bilder zu Bett.

 

 

 














 

 



© Philipp Schäfer